3 Jahre auf Weltreise: Wie ich mein altes Leben aufgab

Seit ungefähr 3 Jahren bin ich nun auf Weltreise, bzw. seit 4-5 Jahren am Reisen, seit 3 Jahren ununterbrochen und ohne noch einen festen Wohnsitz zu besitzen, seit 2,5 - 3 Jahren außerdem ohne zu arbeiten. In dieser Zeit habe ich viele Menschen in der Welt kennengelernt. Und viele von denen stellen immer wieder die gleichen Fragen. Nach 3 Jahren möchte ich gebündelt in einem Artikel probieren diese Fragen zu beantworten.

Mein neuer Lebensabschnitt

Im Mai 2014 besuchte ich die erste "Digitale Nomaden Konferenz" (DNX) in Berlin. Völlig ohne Erwartungen oder Recherche, was mich dort erwarten wird. Bis zu diesem Tage hatte ich sowieso schon ein nicht alltägliches Leben. Oder um in der Sprache der Digitalen Nomaden zu bleiben: Ich war eigentlich nicht wirklich im Hamsterrad gefangen. Doch mit der Konferenz sollte es sich noch mal verschärfen: Leute erzählten, wie sie quasi freiwillig obdachlos sind und überall auf der Welt Leben. Was diese erzählten, machte für mich absolut Sinn und ich gab binnen weniger Wochen meine Wohnung in Kassel auf und begann mit dem Reisen. Den Schritt, den eigenen Job so zu gestalten, dass er weltweit per Computer ausgeführt werden kann, hatte ich sowieso schon lange vorher erledigt. Obwohl ich bereits seit Jahren in großen Teilen orts- und sogar zeitunabhängig arbeitete, gab ich ein paar Jahre später auch noch meine Arbeit auf. In 2017, seit ungefähr 3 Jahren, bin ich nun auf "Weltreise", allerdings ohne etwas zu arbeiten. Nachdem ich die letzten drei Jahre erst mal den Moment genossen habe, stehe ich ich jetzt an einem Scheidepunkt, wie es für mich weitergehen soll.

Mein Leben bis 2014

Normal war mein Leben eigentlich noch nie. Zumindest so ab ca. 12 Jahren nicht mehr. Dies ist auch der Grund, warum es mir äußerst schwer fällt Menschen in verfahrenen Situationen ihres Lebens Tipps zu geben, wie sie dahin kommen, wo ich heute bin. Denn alle meine Entscheidungen basierten auf vorherigen Ausgangssituationen, die bei vielen Leuten eben schon grundlegend anders sind.

Aber fangen wir noch mal vorne an:

Nahezu bis heute bin ich ein zweigleisiges Leben gefahren und habe mehr oder minder zwei Leben parallel gelebt. Einmal das akzeptierte Leben in der Gesellschaft, und nebenbei ein gesellschaftliches nicht so akzeptiertes Leben.

Während ich ganz normal die Grundschule und Gesamtschule besuchte und nach dem Abitur ein Studium kombiniert mit einer Ausbildung abschloss, betrieb ich mit ca. 14 Jahren bereits meine eigene Online-Firma nebenbei. Morgens besuchte ich also die Schule, ging ins Studium oder zu meinem Arbeitgeber, nachmittags und abends arbeitete ich an meiner bzw. meinen eigenen Firmen. Nach dem Ende des ersten Studiums änderte sich eine Kleinigkeit: Ich studierte und arbeitete weiter an meinen Unternehmen, schloss den Master ab und beendete mit einer Promotion, allerdings waren Studieren meine Nebenbeschäftigung und meine Unternehmen meine Haupttätigkeit. Quasi wechselte ich von 60 : 40 (Studium : Unternehmen) auf ein 40 : 60.

2011 gründete ich gemeinsam mit einem Geschäftspartner, den ich im Studium kennengelernt hatte, gemeinsam ein Online-Unternehmen, die wusoma GmbH. Die GmbH basierte auf dem, was ich die Jahre davor schon in meinem Einzelunternehmen getan habe. Wir beide führten das Unternehmen als Geschäftsführer und teilten uns die Anteile hälftig. In den nächsten Jahren lief das Unternehmen so gut, dass wir uns dazu entschieden anderen bei dem Gründen zu helfen. Wir stellten unsere Kontakte und Know How sowie unser Geld zur Verfügung. Sodann gründeten wir mit mit mehreren 3. Personen Unternehmen, die diese Personen jeweils führten (DealFuchs GmbH, Jane Doe Capital AG, fernbus24 GmbH, appster GmbH, ...) Wir selbst behielten immer 50% oder mehr an den Unternehmen. Ca. 2014 entschied ich mich dazu die wusoma GmbH zu verlassen. Das Unternehmen war groß geworden, jedes Jahr seit Gründung lief erfolgreicher als das vorhergehende. Ich bin aber eher der Sprinter als der Marathon-Läufer. Ein Unternehmen von 0 auf einen zweistelligen Millionen-Euro-Jahresumsatz in weniger als 3 Jahren zu bringen, hat mich unheimlich gereizt. Es ging aber jetzt darum das Unternehmen erwachsen werden zu lassen. Es wurden immer mehr Mitarbeiter, es mussten Berechtigungen, Hierarchien eingeführt werden, es ging um weitere Bürostandorte und vieles mehr. Meine Motivation war nicht mehr vollends da und sobald ich dies bemerkt hatte, suchten wir eine Lösung dafür. Während wir sowohl den kompletten Verkauf des Unternehmens eruierten, bin ich sehr froh, dass wir beide sehr daran interessiert waren, dass mein Partner unser Unternehmen ohne mich weiterführt möchte und ich Minderheits-Beteiligter bleibe. In etwa zeitgleich besuchte ich dann die erste Digitale Nomaden Konferenz wo Leute erzählten, dass sie ohne Wohnsitz überall auf der Welt leben. Bereits in den Jahren davor war ich sehr viel gereist, da ich meine Tätigkeiten von überall auf der Welt nur mit Hilfe des Computers ausführen konnte. Ich fand die Idee sehr gut und wenige Tage später entschied ich mich meine Wohnung aufzugeben. Ich bestellte einen Container und entsorgte 800 kg an Dingen, die in meinem Haushalt waren. Wirklich wichtige Dinge (das erste Kuscheltier, meine Snowboard-Ausrüstung, etc.) lagerte ich in einen Kellerraum ein. Ich buchte einen Flug nach Thailand und kurze Zeit später reiste ich ziel- und planlos dorthin.

Mein Leben ab 2014

Ab 2014 verbrachte ich die Winter in Thailand oder Bali. 2016 ging ich außerdem zum ersten mal nach Australien. In Thailand habe ich 3 Jahre (nicht am Stück) auf der selben Insel (Phuket) im selben Ort und ab dem zweiten Jahr im selben Haus gewohnt. 2016 war ich wieder auf dem Weg nach Thailand, gab aber dem vielen negativen Feedback der Menschen nach ("du bist so dämlich, du kannst die ganze Welt bereisen und fliegst jedes Jahr in den selben Ort") und reiste nach Australien, weil mir dies alle Menschen empfohlen hatten. Während die Australien-Reise für 12 Monate geplant und und auch das Visum entsprechend ausgestellt war, entschied ich mich nach ca. 6 Monaten auszureisen und wieder nach Phuket, in das selbe Haus, zu gehen.

Die Sommermonate verbrachte ich bisher immer in meiner Heimat Kassel in Deutschland und reiste da ein wenig tage- und Wochenweise in Deutschland oder Europa herum. Während ich dort über viele Immobilien zur Vermietung verfüge, verfüge ich über keine einzige selbstgenutzte Wohnung mehr. Somit wohnte ich die paar Monate in Deutschland immer in Hotels oder Ferienhäuser.

Warum schreibe ich erst jetzt und nicht mehr?

Prozentual gesehen eine sehr kleine Gruppe aber absolut gesehen dann eben vielleicht doch hunderte oder gar tausende Leute sind vielleicht daran interessiert, was ich zu erzählen habe. Zumindest habe ich inzwischen hunderte FaceBook-Nachrichten mit immer selben oder ähnlichen Fragen erhalten. Viele Leute, die ihr aktuelles Leben nicht verlassen können oder wollen, würden gerne Blog oder gar Vlog-Artikel von mir sehen, zum Teil sogar gerne tägliche Videos. Viele (angehende) Digitale Nomaden würden gerne von meinen Erfahrungen profitieren oder hilfreiche Informationen und Tipps bekommen.

Ich poste hier und da Beiträge auf Facebook, ich schreibe jetzt und hier diesen Artikel aber ich publizierte absichtlich nicht regelmäßig oder professionell. Die Gründe sind in vielen Teilen sehr egoistischer Natur:

 

Das professionelle Betreiben eines Kanals (und dabei sei mal dahin gestellt ob es eine Webseite, ein YouTube-Channel oder gar alles ist), ist ein erheblicher Arbeits- und Zeitaufwand. Ich lebe nach dem Motto nur das zu tun, was ich möchte und will. Und ich habe einfach keine Lust mich selbst dem Druck auszusetzen und regelmäßig Artikel schreiben oder gar Videos schneiden zu müssen. Hinzu kommt, dass alle Publizisten mit ihren Veröffentlichungen Geld verdienen möchten oder gar müssen. Ich kenne eigentlich niemanden, der halbwegs Professionell einen Blog / Vlog oder ähnliches betreibt und dies nicht mit dem Vorsatz der Monetarisierung tut. Dies ist absolut OK und für viele sicherlich auch eine gute Einnahmequelle. Für mich persönlich rechnet sich der Aufwand zu dem potentiellen Ertrag jedoch nicht. Mir macht das regelmäßige Publizieren einfach nicht solch einen Spaß, als dass ich es für diese potentiellen Einnahmen auf mich nehmen würde. 

 

Neben dem "Kein-Spaß-Faktor" in regelmäßiger / professioneller Publizierung kommt vor allem, dass es mir nicht liegt. Ich schreibe keine guten Artikel, wie man an diesem hier sieht. Ich bin kein guter Video-Ersteller. Sicherlich könnte ich in diesen Bereichen besser werden, aber möchte und muss ich ja gar nicht.

 

Und ein weiteres Kriterium, von denen viele behaupten, dass es ihnen egal wäre:

Ich kann bzw. sollte nicht ganz so offen schreiben, wie es wirklich ist. Allein die Tatsache, dass ich "erhebliches" Geld bekomme ohne dafür zu arbeiten, lässt meine Person für abertausende von Menschen zum Hassobjekt werden. Eine Person, die aus Einnahmen von Online-Unternehmen lebt, ohne dort selbst zu arbeiten, die aus Mieteinnahmen lebt, die von Dividenden und Zinsen lebt, ist per Definition ein Ausbeuter der Mitarbeiter, der Mieter und außerdem ein Ausbeuter unseres kapitalistischen Systems, welches "uns Reichen" all dies ausschließlich auf "Kosten der Arbeitenden" ermöglicht. Ich habe ganz einfach keine Lust von wildfremden Menschen - und rein statistisch gesehen eben von abertausenden von Menschen - gehasst zu werden. Aus diesem Grunde gehe ich mit meiner wirklichen Story normalerweise immer seltener an die Öffentlichkeit. Als Weltreisender lernt man nahezu täglich und wöchentlich neue Menschen kennen. Ich war und bin immer sehr bestrebt gewesen mich nicht zu verändern und immer wahrheitsgemäß zu antworten. Doch leider ist bei jedem neuen Menschen die 3. Frage "Was machst du beruflich?" oder "Wie finanzierst du das?". Und alleine mit der ehrlichen Antwort, dass man mit 30 Jahren nicht mehr arbeitet und das vielleicht nie mehr im Leben tun möchte, fällt man in ganz vielen Fällen in Ungnade. Inzwischen gehe ich bereits dazu über, dass ich in ganz vielen Fällen einfach "Ich arbeite jeden Tag 8 Stunden an meinem Laptop, während ich herumreise" antworte. Dies löst immer noch genügend Neid und Bewunderung aus, ist aber, auch dank der Digitalen Nomaden Szene, inzwischen anerkannter. Je nach Person antworte ich auch einfach, dass ich ein paar Euro geerbt habe und jetzt eben rumreise bis das Geld alle ist.

 

Und zu guter letzt bin ich auch noch geschäftlich verbandelt. Ich habe 21 Immobilien-Objekte und mir gehören immer noch über 5 Unternehmen mit über 20 Mitarbeitern. Bei all diesen Mietern muss ich genauso das Mahnverfahren anstrengen, wenn sie ihre Miete nicht bezahlen. All diese Mitarbeiter gehen jeden Tag 8 Stunden in den mir gehörenden Firmen arbeiten.

 

Glaubst du, dass meine Mieter es fair finden, dass sie in meiner Wohnung leben, Nachtschichten bestreiten, in einem Monat die Miete nicht bezahlen können, weil sie unerwartet eine Zahnarztbehandlung bezahlen mussten und ich trotzdem auf die Zahlung der Miete bestehe, während ich im Internet darstelle, wie ich mit 30 Jahren nichts arbeitend am Strand liege und mich zwischen zwei Cocktails nicht entscheiden kann?

Glaubst du, dass Mitarbeiter es fair finden, dass sie jeden Tag an die Arbeit gehen müssen, während der Eigentümer der Firma 25% des von ihnen erwirtschafteten Gewinnes an den Strand nach Thailand überwiesen bekommt?

 

Du wirst jetzt vielleicht argumentieren, wie ich es tue: "Natürlich ist das fair. Du hast die Firma ja gegründet / die Wohnung gekauft / etc."

Und ich verspreche dir jetzt: Egal wie fair man diese Mieter und Mitarbeiter behandelt, solange wie einer wesentlich mehr bekommt und dafür wesentlich weniger tut, werden diese es immer als "unfair" empfinden und sich ggf. auch dementsprechend verhalten.

 

Aber warum jetzt dieser Artikel? 

Dieser Artikel ist für eine begrenzte, ausgewählte Personengruppe gedacht. Er wird nicht versteckt oder passwortgeschützt werden, aber er wird definitiv nicht unbegrenzt öffentlich publiziert werden. Meine Intention dieses Artikels ist einerseits Personen zu helfen, die ihr Leben in ähnliche Richtung ändern möchten. Dabei bin ich mir sicher, dass meine Gedanken vor allem Personen helfen werden, die bereits in relativ ähnlichen Situationen sind, so zumindest geht es mir mit dem Lesen ähnlicher Erfahrungsberichte. Aber auch Personen, die noch ganz am Anfang stehen, können sicherlich Informationen aus diesem Artikel ziehen, auch wenn es auf den ersten Blick noch nicht so offensichtlich ist. Auch möchte ich in diesem Artikel die Fragen beantworten, die mir immer wieder von einzelnen Menschen gestellt werden. Und zu guter Letzt möchte ich mit Annahmen aufräumen, die viele Menschen fälschlicherweise treffen, wenn sie Dinge von mir oder über mich lesen. Meine Aussage, dass ich seit drei Jahren auf Weltreise bin, lässt sich viele wundern, warum ich trotzdem jeden Sommer 1-2 Monate in Deutschland bin. Meine Aussage, dass ich "Vermögensverwalter bei Wegner Holding GmbH" bin, lässt viele vermuten, dass ich in der Finanzbranche arbeite. Meine Publikationen, dass mir mehrere Online-Unternehmen gehören lässt viele glauben, dass ich in diesen auch selbst arbeiten. All diese Mythen und Erklärungen sollen in diesem Artikel erfolgen.

Wie finanziere ich mein leben?

Ich gehe sehr offen mit meinen Finanzen um. Dies liegt aus meiner Sicht weniger daran, dass ich erzählen möchte, wie viel ich habe, sondern eher, wie viel ich eigentlich "nur" habe. Von Leuten werde ich häufig auf gleiche Stufe mit Multi-Millionären oder noch reicheren Leuten gestellt. Dabei liege ich rein objektiv gesehen finanziell näher an einem McDonalds-Besitzer als an einem 100 Millionen € Unternehmer. Natürlich bin ich mir über meine außerordentlich exponierte, finanzielle Situation sehr bewusst. Trotz allem ist sie nicht so außergewöhnlich oder hoch, wie viele Leute es denken.

Das für mich wichtigste ist, dass ich über Einnahmen verfüge, für die ich nichts tun muss. Ich bekomme jeden Monat Gelder überweisen, ohne dafür arbeiten zu müssen. Oder um es mal realistisch zu formulieren: Im Jahresschnitt arbeite ich ca. eine Stunde / Woche. Und das ist das Prüfen der Geldeingänge, Lesen und Weiterleiten von Briefen / Nachrichten an Steuerberater, Rechtsanwalt, Hausverwalter oder andere Menschen.

Doch wer bezahlt mir Gelder, ohne dass ich etwas dafür tue?

Im Jahr 2011 habe ich mit einem Geschäftspartner die wusoma GmbH gegründet und aufgebaut, an der wir beide jeweils zu 50% beteiligt waren. In 2014 verkaufte ich 25,1% meiner Anteile an meinen Geschäftspartner und gab außerdem die Geschäftsführung ab. Die wusoma GmbH gehört mir aktuell noch zu 24,9%, ich habe aber offiziell keinerlei Rechte oder Pflichten. Oder anders ausgedrückt: Ich muss nichts mehr in der Firma arbeiten, darf aber effektiv auch nichts mehr mitbestimmen. Dafür bekomme ich 24,9% aller Gewinne, die dieses Unternehmen erwirtschaftet - für immer (zumindest bis ich die Anteile ggf. auch verkaufe).

Im Laufe der Jahre haben wir außerdem die Unternehmen DealFuchs GmbH, Jane Doe Capital AG, appster GmbH und fernbus24 GmbH gegründet. Meine Beteiligungen an diesen Unternehmen sind unverändert, ich habe jedoch bei keinem Unternehmen eine operative Funktion inne. In allen Unternehmen sitzen also bezahlte Geschäftsführer, ich darf und habe offiziell operativ nichts zu sagen, bekomme jedoch ein Leben lang alle Gewinne dieser Unternehmen entsprechend meiner Anteile überwiesen (die zwischen 25 und über 33% liegen).

 

Von dem Geld, welches ich für den Verkauf meiner 25,1% wusoma GmbH Anteile erhalten habe, habe ich 21 Immobilien-Objekte sowie Aktien erworben. Alle Immobilien werden von Verwaltern verwaltet und ich leite lediglich mal eine E-Mail oder Nachricht des Mieters weiter, damit sich der Verwalter darum kümmert.

Immobilien sowie Aktien sind also meine Einnahmequellen Nummer 2 und 3.

Ebenfalls aus dem Verkauf halte ich außerdem noch tagesfällige Kontoguthaben, Rohstoffe und Sachwerte vor.

Zu guter letzte habe ich natürlich auch in den 5 Jahren vor Verkauf der wusoma GmbH ein relativ gutes Geld verdient, was ich zu über 90% nicht ausgegeben, sondern investiert habe.

 

Zum aktuellen Zeitpunkt (betrachtet man die letzten zwei Jahre, in denen ich nicht gearbeitet habe), verfüge ich monatlich über ein Einkommen, welches ca. 8-10x höher ist, als ich aktuell zum Leben benötige. Oder anders ausgedrückt: Aktuell kann ich von dem Geld, was in einem Monat ohne Arbeit eingeht, beinahe ein gesamtes Jahr leben. Dabei lebe ich nicht in absoluter Armut aber auch nicht in absolutem Reichtum.

 

Für mich ist extrem wichtig zu wissen, dass mein Geld höchstwahrscheinlich bis zu meinem Tod reichen wird. Ich könnte niemals ein entspanntes Leben im Strand in Asien genießen, wenn ich wüsste, dass ich ggf. mit 65 Jahren verarmt bin und "keine Rente" habe. Ich habe meine Finanzplanung sehr konservativ durchgeführt und rechne beispielsweise fiktiv mit dem Verlust 80% meines Vermögens. Selbst in diesem Szenario kann ich von dem Ertrag meines Vermögens zehren, ohne dass es weniger wird. Außerdem habe ich meine Finanzplanung so berechnet, dass die Auszahlungen an mich ohne Kapitalverzehr erfolgen. Das heißt: Mein Vermögen wird jeden Monat größer und ich darf mir irgendwann überlegen, wem ich ein mittelgroßes Vermögen vererbe. Da dies vermutlich keine Kinder sein werden, werde ich vielleicht nach meinem Tod mit einem Artikel "Millionenspende für das Kasseler Tierheim: Kasselaner reist 60 Jahre um die Welt und hinterlässt dem Tierheim das gesamte Vermögen" in die Zeitung eingehen. Ein ziemlich reizvoller Gedanke.

 

Zusätzlich berücksichtige ich in meiner Berechnung zwar, dass ich nie wieder arbeiten werde, habe ja aber selbst in 10, 20 oder gar 30 Jahren noch einmal die Möglichkeit ein paar Euro dazu zu verdienen, wenn ich dies möchte.

Wie hat mich das Reisen verändert?

Ich bin gar nicht zu weit bzw. viel gereist. Ich bin seit 3 Jahren am Reisen, wobei jedes Jahr 2-4 Monate Deutschland dabei waren. In der "außerhalb Deutschland-Zeit" bin ich zu ca. 60-70% im selben Dorf in Thailand gewesen, habe mal ein paar Monate in Bali oder Australien verbracht. Ich hatte bisher nicht das Bedürfnis wirklich zu reisen, in dem Sinne wie es häufig verstanden wird. Da es in meinem Leben sowieso wenig Kontinuität gibt, bin ich sehr froh, wenn ich für ein paar Monate eine gewohnte Umgebung habe. Ich habe mich bisher problemlos überall auf der Welt zurecht gefunden. Aber alle paar Wochen einen Zahnarzt, einen Frisör, ein Fitnessstudio, eine lokale SIM-Karte, etc. zu suchen zerrt unheimlich an den Nerven. Hinzu kommt, dass mir Phuket so gut gefallen hat, dass es für mich nicht die geringste Notwendigkeit gab, woanders hin zu reisen. Auch kann ich sagen, dass ich in 3 Jahren Phuket weniger von dieser Insel gesehen habe, als es viele Urlauber in 2 Wochen tun. Ich kenne vermutlich nicht mal 2 der Top 10 Sehenswürdigkeiten, ich habe mein kleines Dörfchen in den 3 Jahren vielleicht 10 x verlassen und war wieder am frohsten zurück zu sein. Ich liege häufig einfach nur in meinem klimatisierten Zimmerchen, scrolle durch FaceBook oder mache andere unnütze Dinge, die vermutlich kein anderer Normalsterblicher machen würde, wenn er die Möglichkeit hätte ein paar Monate in Thailand zu sein. Doch in meinem Innersten habe ich eine tiefste Zufriedenheit. Leider muss ich sagen, dass ich mein ganzes Leben zutiefst mit meinem Leben zufrieden war. Ich habe niemals Dinge getan, welche mich nicht glücklich gemacht haben. Ich habe niemals einen Job ausgeführt, den ich gehasst habe. Ich war niemals schwer krank. Ich habe niemals in Unsicherheit gelebt. Ich habe niemals Probleme gehabt mit der Schule, Uni oder Ausbildung mitzuhalten. Ich bin in relativ gesicherten familiären Verhältnissen aufgewachsen. Ich habe keine Hass-Objekte. Ich bin sehr froh und glücklich darüber in Deutschland geboren zu sein. Ich bin sehr zufrieden mit unserer Politik, wo lange nicht alles in meinem Sinne ist, aber die meiner Meinung nach trotzdem einen super Job machen. Ich hasse weder arme noch reiche Menschen. Ich hasse weder Flüchtlinge noch konservative Leute. Ich habe keine Allergien, ich bin durchschnittlich intelligent, ich finde mich gut in dem Leben zurecht. Ich liebe es unheimlich in Deutschland zu sein, mir gefällt es genau so gut in Thailand zu sein und auch in Australien habe ich mich pudelwohl gefühlt.

Doch diese innere Zufriedenheit hat sich in den letzten drei Jahren immer mehr gesteigert. Insbesondere im letzten halben Jahr Australien saß ich jeden Tag irgendwo und habe in mir drin eine solche Zufriedenheit geführt, wie ich sie nie zuvor hatte. Insbesondere aufgefallen ist mir, dass ich mit immer weniger immer zufriedener wurde. Ich nehme häufig sehr teure Dinge in Anspruch, was ich unheimlich gerne mache. Aber zu einem Großteil meiner Zeit lebe ich in und mit sehr wenig. In Australien habe ich mehrere Monat im Zelt geschlafen, habe sehr häufig einfachste Dinge aus dem örtlichen Discounter gegessen. Und ich spüre eine Zufriedenheit, wenn ich mit einem Käsebrot am Strand sitze, welche ich niemals zuvor gespürt habe.

Viele Leute ändern Dinge in ihrem Leben und ihre Unzufriedenheit ändert sich in Zufriedenheit. Viele Menschen sind Jahre in einem Job gefangen, den sie nicht mögen und aus dem sie sich irgendwann befreien. Diese Leute erzählen dann, wie glücklich sie wurden, als sie ihren gehassten Job los wurden bzw. etwas angefangen haben, was sie lieben. Viele Leute erzählen von ihrer Zufriedenheit, als sie Vegetarier wurden, als sie mit Yoga anfingen oder auch als mit dem Reisen anfingen. Dies ist bei mir "leider" anders: Ich bin wirklich mein ganzes Leben zufrieden und es ist ein stetiger Prozess, der mich immer zufriedener und glücklicher werden lässt. Ohne dass ich irgendwelche Dinge aus meiner Vergangenheit ins Gegenteil geändert habe. Ehrlich gesagt ist das etwas, wo ich selbst sehr stolz auf mich bin: Ich kann meine absolute Gesundheit unglaublich schätzen, obwohl ich niemals krank war. Ich kann mein finanzielles Vermögens sehr schätzen, obwohl es nicht eine Sekunde in meinem Leben gab, wo ich nicht genügend Geld gehabt habe. Ich bin unglaublich froh mit dem was ich habe, und bedauere auch aber wirklich unglaublich weniger das, was ich nicht habe (und das ist übrigens auch bei mir eine Menge.)

 

Dennoch hat mir das Reisen geholfen mir über viele Dinge noch klarer zu werden, die ich vorher vielleicht nicht so deutlich gesehen habe. Sicherlich lebe ich immer noch einen extrem hohen Luxus-Standard, selbst wenn ich von "ich bin glücklich mit weniger" spreche. Ich bin mir sehr im klaren darüber, dass mein Weniger immer noch mehr ist als der Durchschnitt oder sogar ein Großteil der Leute jemals hat oder haben wird. Dies spielt für mich aber keine Rolle. Für mich zählt die Richtung der Entwicklung. Und ich entwickle mich eben langsam hin zu einem Minimalismus. Ich schlafe immer häufiger in immer günstigeren Unterkünften. Ich fahre immer häufiger immer günstigere Fahrzeuge. Ich esse immer häufiger immer einfachere und günstigere Sachen. Und ich merke dabei, dass es mein Glück und meine Zufriedenheit nicht nur nicht verringert werden, sondern dass ich mich vielleicht sogar wohler damit fühle. Ganz explizit bin ich noch immer kein Konsum- oder gar Kapitalgegner. Ich bin noch immer ein großer Fan von beidem, merke einfach nur selbst, dass ich persönlich mit Ursprünglichkeit und weniger Dingen glücklicher bin.

Was ich bei meinen Reisen noch mehr gelernt habe, ist die Fokussierung auf den Wert des Lebens. Ich habe schon immer gewusst, wie wertvoll mein Leben ist. Deswegen habe ich auch nach meinem 20. Lebensjahr nie mehr 40 Stunden / Woche gearbeitet und erst recht niemals etwas, was mir keine Freude bereitet. Weil es für mich einfach keinen Sinn ergibt. Aber meine Schwelle, die Zufriedenheit meines Lebens in den Vordergrund zu stellen, ist immer extremer geworden. Während ich früher gesagt habe: "Wenn all mein Geld weg ist, dann arbeite ich lieber 30 Stunden / Woche und fahre einen BMW, als dass ich 60 Stunden / Woche arbeite und einen Porsche fahre", sage ich heute: "Lieber arbeite ich 20 Stunden / Woche und fahre ein altes Fahrrad als 30 Stunden / Woche um ein Auto zu fahren." So sehr ich (tolle) Autos auch liebe. So sehr sind mir heute 10 Stunden beliebig nutzbare Freizeit wesentlich mehr wert als irgendein Auto. Das heißt nicht, dass ich mal wieder 60 Stunden / Woche arbeite, wenn mir das Arbeiten selbst unglaublich Spaß macht. Aber sicherlich niemals um mehr Geld zu erwirtschaften, als ich für Essen, Trinken und Wohnung benötige. Ob sich meine Einstellung noch weiter runter schrauben wird, weiß ich aktuell noch nicht. Muss ich auch nicht wissen. Es wird sich irgendwie entwickeln.

Bei meinen bisherigen Reisen habe ich bemerkt, dass ich mich in einfacheren Ländern am wohlsten fühle. Obwohl Thailand schon sehr zivilisiert ist, gefällt mir das dortige Leben wesentlich besser als es beispielsweise in Australien oder Deutschland der Fall ist. Ich liebe Deutschland und genau so hat mir auch Australien gefallen. Und jedes Land hat seine Vor- und auch Nachteile. Aber immer mehr kann ich immer weniger mit den "westlichen Leuten" anfangen. Es ist mir im Prinzip egal, ob alle Menschen um mich herum immer und immer mehr in ihrem Hamsterrad strampeln. 40 Stunden die Woche arbeiten und jede Gehaltserhöhung in ein größeres Auto, größeres Haus, teurere Urlaube und teurere Restaurantbesuche stecken, wie ich es in Deutschland und auch Australien kennengelernt habe. Aber ich habe das Gefühl, dass diese Länder in eine Richtung abdriften, welche mir persönlich nicht mehr gefällt. Ich liebe es mich mit einer Flasche Bier an den Strand zu setzen. Ich will mein Essen um 23 Uhr im Mondschein auf der Straße verzehren. Und ich möchte in einem Land, wo es außerhalb der eigenen Räume striktes Alkoholverbot gibt, wo der Winkel wie ein Auto zu parken hat festgeschrieben ist, wo um 22:00 Uhr niemand im Restaurant mehr draußen sitzen darf, einfach ungern ernsthaft leben.

Ich habe das Gefühl, dass in östlichen Ländern noch Augenmaß angelegt wird. Wer in Thailand besoffen am Strand herumschreit und Glasflaschen zerstört, wird von der Polizei ganz gehörig und mit Recht zurecht gewiesen. Wer im Monduntergang am Meer 5 Bier trinkt, seinen Müll mitnimmt und nicht negativ auffällt, kann dies gerne tun. In Westen gelten andere Regeln. Weil ein Bruchteil der Leute sich nicht benehmen zu wissen, darf niemand mehr eine Bierflasche an den Strand nehmen. Dies könnt ihr so machen, es ist nicht (mehr) meine Lebensphilosphie.

Das Land ist im Prinzip egal

Viele Leute glauben ernsthaft, dass sie unzufrieden sind, weil sie in Deutschland "leben müssen". Viele Leute glauben, dass Deutschland unglaublich schlecht ist und alle ihre Probleme, die sie aktuell haben, in einem anderen Land der Vergangenheit angehören. Meiner persönlichen Erfahrung nach kann ich dies absolut nicht bestätigen.

Ich habe gelernt, dass jedes Land Vorteile- und Nachteile hat. Und ich habe auch gelernt, dass einem Länder besser oder nicht ganz so gut passen können. Aber wenn ich eine Sache mit Sicherheit gelernt habe dann, dass Zufriedenheit zu mindestens 90% aus dem Inneren kommt. Egal ob ich in Deutschland, Australien, Thailand, Bali, Amerika, Frankreich oder sonst wo war: Ich hatte immer Dinge, die ich an dem jeweiligen Land speziell zu schätzen wusste und ich hatte in jedem Lang Dinge, die mich eher gestört haben. Aber insgesamt hatte ich in jedem Land eine unglaubliche Zufriedenheit. Ganz einfach, weil ich mich ob der schönen Dinge erfreut und nicht ob der anderen Dinge gestört habe. Im Sommer 2016 habe ich eine der besten Zeiten meines Lebens in Deutschland verbracht. Ich war der glücklichste Mensch der Welt. Andersrum hatte ich bei der anschließenden Australien Reise Momente, wo ich unglücklich war. In Australien, zwischen Kängurus, am Strand. Kann man da unglücklich sein? Für viele womöglich unvorstellbar: Man kann. Ich bin überzeugt davon, dass Reisen die eigenen Gefühle und Gedanken verstärken kann. Übrigens genau wie Geld. Aber wer glaubt, dass sein aktuelles Unglücklichsein mit dem Wechsel in ein anderes Land oder dem Verdienen von mehr Geld besser wird, den muss ich leider enttäuschen.

Die Nachteile des (Welt)Reisens

Reisen hat mein Leben auch negativ verändert, wenn auch in geringen Hinsichten. Ich bin bereits als Kind und auch später viel herumgereist. Ich habe das Sehen der Länder unglaublich genossen, aber ich war auch unglaublich gerne wieder in Deutschland. 2014 habe ich meine Wohnung nicht aufgegeben, weil ich wirklich reisen wollte. Ich wollte eigentlich nur dem Wetter in Deutschland entfliehen und entschied mich daher ein paar Monate in Thailand zu verbringen. Das kennenlernen fremder Länder und Kulturen stand bei mir überhaupt nicht im Fokus. Sonst hätte ich nicht die gesamten Monate im selben Ort verbracht. Irgendwann entschied ich mich eben dazu doch mal ein wenig zu reisen und zumindest ein paar Monate Bali oder Australien zu erkunden. Dies hätte ich vielleicht besser sein gelassen. In diesen drei Jahren habe ich überall auf der Welt Freunde kennengelernt, welche ich unheimlich ins Herz geschlossen habe. Die ersten Monate habe ich lediglich in Thailand gelebt und mich auf meine Freunde in Deutschland gefreut. Inzwischen habe ich auf der ganzen Welt verteilt Menschen, mit denen ich unheimlich gerne Zeit verbringe. Und egal bei welchen Freunden ich mich befinde, ich bin immer traurig über die anderen Menschen, bei denen ich mich gerade nicht befinde. Alleine aus diesem Grunde ist Reisen ein Teufelskreis, aus dem man meiner Meinung nach nicht mehr herauskommt.

Zusätzlich habe ich das Kennenlernen fremder Kulturen unheimlich zu schätzen gelernt. Ebenso das wirkliche Bereisen von Ländern. Und obwohl ich erst ein paar Länder gesehen habe, verspüre ich nun einen unheimlichen Drang noch mehr Länder zu sehen. Und je mehr Länder ich gesehen habe, desto noch mehr habe ich das Gefühl, was ich noch alles nicht gesehen habe. Oder um es anders auszudrücken: Seit 2017 habe ich erstmals das Bedürfnis wirklich die ganze Welt zu bereisen.

Ein zu perfektes Leben

"If travel was free, you would never see me again". Über diesen Spruch bin ich auf FaceBook in den letzten Wochen häufig gestolpert. Nun, Reisen ist auch für mich nicht kostenlos. Aber meine Situation der passiven Einnahmen und der "Arbeitslosigkeit" würden es mir erlauben ununterbrochen nahezu die gesamte Welt zu bereisen, ohne jemals zurückkehren zu müssen oder ohne dass jemals das Geld ausgeht. Solange, bis meine Gesundheit mir einen Strich durch diese Rechnung macht.

Ist es für irgendwen vorstellbar, dass man mit einem solchen Leben in Teilen unglücklich sein kann? Vermutlich nein. Ich habe ein Ziel erreicht, welches vermutlich mehr als 99% der Menschen maximal aus ihren Träumen kennen oder deren Erreichung das Endziel für diese wäre. Und trotzdem bin ich in meiner Situation nicht zu 100% glücklich. Ich bin weit, weit davon entfernt unglücklich zu sein. Ich beschreibe mein Leben gerne mit 8-9 von 10 möglichen Glücklichkeitspunkten. Und ich genieße jeden verfluchten Tag. Trotz allem fehlen mir nach 3 Jahren Nichtstun langsam die Aufgabe und der Sinn. Jeden Tag aufwachen, wann man möchte, an den Strand zu gehen, Sport zu machen, einen Cocktail zu trinken, Tauchen und Boot fahren zu gehen geben (mir) keine Erfüllung mehr. Und auch wenn ich sehr ungern meine Situation auf andere übertrage, hier lehne ich mich mal soweit aus dem Fenster: Auch wenn sich niemand vorstellen kann, dass man mit 100% Freiheit und Gesundheit unzufrieden sein kann, bin ich mir sicher, dass jeder dies wäre. Ich habe unglaublich viele Hobbys und ich bekomme meinen Tag mit all diesen gut gefüllt. Trotz allem fehlt jeden Abend ein Zufriedenheitsgefühl, wenn man einen Job vollendet hat. Ich formuliere es immer gerne so:

Wenn du 5 Stunden in der Sonne Rasen gemäht hast, ist ein kühles Bier das leckerste vorstellbare danach.

Wenn du 3 Jahre lang nichts tust und dir abends ein kühles Bier auf deinen Erfolg nichts mehr tun zu müssen genehmigst, so schmeckt dies die ersten Monate. Aber irgendwann nicht mehr. Und so blöd es klingt: Mir fehlen auch und insbesondere die negativen Momente, die jeder Job mit sich bringt. Früh aufstehen, obwohl es in dem Moment nervt, sich mit nervenden Kunden auseinandersetzen oder aber auch mal Konfliktsituationen lösen. Vermutlich fehlt mir das Yin in einem Yin und Yang. Wenn nämlich alles im Leben perfekt ist, dann ist automatisch trotzdem etwas das perfekteste und das unperfekteste.

Und in meinem aktuellen Leben ist der Cocktail am Strand wo ein Spritzer Zitrone zu viel drin ist, eben das negativste, was passiert. Und automatisch fange ich dementsprechend an mich zu beschweren, wenn der Champagner auf dem First Class Flug nicht mehr die notwendige Spitzigkeit hat. Ganz einfach weil es kein anderes "negatives" Merkmal mehr gibt, was die Relationen korrekt fühlen lässt. Ich kann wirklich sagen, dass mir Konflikte, Nachteile, Ärgernisse in meinem Leben fehlen.

 

Möglichkeiten sind anstrengend

Viele Menschen haben nicht viele echte Möglichkeiten. Viele Menschen haben noch nicht mal die Möglichkeit ihren Job zu kündigen. Wenn du 100 Menschen in Deutschland fragen würdest: Was würdest du tun, wenn du nie mehr arbeiten müsstest und trotzdem genug Geld hättest? 99 Menschen würden dir binnen 5 Sekunden eine Antwort geben. Sie würden einen Pferdehof bauen und Pferden einen Altersruhesitz geben, andere würden im Segelboot die Welt oder einen Kontinent umsegeln, den ganzen Tag in der eigenen Werkstatt an Autos, Holz, Metall oder anderen Dingen arbeiten, Obdachlosen oder benachteiligten Kindern helfen, oder, oder oder.

Leider habe ich keinen dieser Träume. Weil ich mir alle Träume in meinem Leben erfüllt habe. Ich habe die schnellsten und teuersten Autos besessen und gefahren. Das mache ich immer noch gerne, ein 500 PS Porsche langweilt mich aber nach weniger als einem Tag wieder. Ich bin mit Booten in Deutschland und Europa als Kapitän gefahren. Ich habe meine Tauchausbildungen zum Divemaster vollendet und als dieser gearbeitet, ich habe sogar die Piloten-Lizenz erworben und fliege hier und da mit einem Flugzeug. Ich habe meine Studiengänge mit den Abschlüssen Diplom, Master und Dr. erfolgreich beendet. Ich habe mehr Geld als ich benötige. Ich habe meinen Körper fit trainiert. Ich habe keinen Traum mehr. Ich habe 24 Stunden am Tag Zeit und habe jede Möglichkeit. "Leider". Ich weiß momentan nicht, ob ich weiterreisen möchte oder mal wieder längere Zeit in Deutschland bleiben möchte. Ich liebe Deutschland, ich liebe meine Heimat, ich liebe meine Freunde dort. Ich liebe es dort Flugzeuge zu fliegen, mit meinen dortigen Freunden Sport zu machen oder mich zu treffen. Ich liebe meinen Hund in Deutschland, der aktuell bei meiner Ex-Freundin lebt. Ich liebe mein Auto in Deutschland, mit dem ich so gerne herumfahre. Ich liebe es durch Bayern zu wandern. Ich liebe es in Hamburg zu sein. Aber ich liebe auch Asien so unglaublich. Ich habe die einfache Küche, ich liebe das unperfekte an Asien. Ich liebe das Meer, das Tauchen. Ich liebe Bootfahren in Mallorca, ich liebe das Wandern in den Alpen, das Snowboard fahren in den Bergen. Ich liebe es in einer einsamen Holzhütte zu leben, ich liebe das Jagen im Wald. Ich liebe es schnelle Autos auf der Rennstrecke zu fahren, ich liebe es im Zug ohne Ziel durch Deutschland, Europa oder anderswo zu fahren.

Bis zum letzten Jahr habe ich studiert. Ich habe das Studieren geliebt. Ich würde so gerne noch mal Jura studieren oder Medizin oder noch einmal ein reines Informatik-Studium anfangen. Es gibt so viele Jobs, in denen ich gerne arbeiten würde. Ich würde gerne ein paar Tage die Woche als LKW- oder Busfahrer arbeiten, ich würde ggf. gerne mal bei Google oder FaceBook arbeiten oder auch in einer Unternehmensberatung. Aber auch das Arbeiten als Tauchguide bzw. im nächsten Schritt Tauchlehrer bereitet mir unheimlich viel Freude.

Das schöne ist: Ich kann jede Option noch heute beginnen. Ich könnte noch heute nach Mallorca fliegen, mir ein Boot kaufen und Boot fahren. Ich könnte noch heute nach Deutschland fliegen und jeden Tag in meinem kleinen Flugzeug umherfliegen. Ich könnte mich binnen weniger Tage an jeder Universität in ganz Europa und vermutlich sogar weltweit einschreiben. Und zwar als Student oder Honorar-Professor. Vermutlich bin ich auch nicht zu arrogant wenn ich glaube, dass ich bei Google oder FaceBook einen Job bekommen könnte. Und ich könnte genauso gut ein Unternehmen gründen. Sei es ein Online-Unternehmen, ein Restaurant oder auch eine Spedition. Weder meine Ausbildung noch meine Zeit noch meine finanziellen Mittel noch andere Verpflichtungen halten mich aktuell für irgendeiner Option, die diese Welt zu bieten hat, ab.

Und genau hier liegt vermutlich ein Knackpunkt: Jede Option geht mit Nachteilen einher. Ich bin so bestrebt mein Leben in Perfektion zu leben, dass ich aktuell nicht gewillt bin Nachteile einzugehen, die aber jede Option hat.

Das Arbeiten als Tauchguide macht unheimlich viel Spaß. Zu 90%. Doch zu 10% hast du unangenehme Kunden oder musst trotz kleinem Wehwehchen tauchen. Das Fahren eines LKW macht mir unglaublich viel Spaß. Doch irgendwann werde ich den Geburtstag eines guten Freundes früher verlassen müssen, weil mein Chef mich am nächsten Tag zur Arbeit erwartet.

Und wenn ich in Mallorca Boot fahre, kann ich gleichzeitig keine Flugzeuge fliegen. Wenn ich in Thailand als Tauchguide arbeite, kann ich kein Boot fahren. Und so weiter.

Ist es für jemanden vorstellbar, dass man alle Möglichkeiten der Welt hat, und sich nicht entscheiden kann? Februar 2017 und ich muss entscheiden ob ich in 3 Monaten in Deutschland, USA, Afrika, Australien, Asien oder irgendwo anders auf der Welt sein will. Ich muss entscheiden, ob ich mich auf einen Job bewerbe, mir eine ehrenamtliche Beschäftigung suche. Ob ich lieber Fliege, Boot fahre, mir ein Jagdrevier zum Pachten suche, Studenten an der Uni ausbilde, mich selbst als Student an die Uni setze, oder 1000 andere Dinge mache, die ich gerne machen würde. Und ich habe aktuell keine Ahnung.

Meine ängste

Auch ich habe Ängste. Glücklicherweise werden meine materiellen Ängste immer weniger. Ich habe nicht mal Angst davor mein gesamtes Vermögen zu verlieren, was für mich bis vor 5 Jahren sicherlich noch eine Katastrophe gewesen wäre, die mich wochenlang außer Gefecht gesetzt hätte. Ich habe Angst davor, dass meiner Gesundheit etwas passiert. Daher tue ich nahezu alles mögliche, dass dies nicht passiert. [Außer Alkohol. Lieber ein Tag weniger leben als ein Tag ohne Bier. ;-)] Doch ich habe auch hausgemachte Ängste: Dass die Gesellschaft mich abhängt. Bis zum heutigen Tage habe ich das Leben der Gesellschaft parallel mitgespielt. Ich habe meine Ausbildungen und Studien-Gänge beendet und bin bis zum heutigen Tage vollgeladen mit Erfahrung und Wissen. Durch meine Gründung mehrerer Online-Unternehmen kombiniert mit einer abgeschlossenen Ausbildung  und einer Vielzahl abgeschlossenen Studiengänge, könnte ich noch heute im Hamsterradleben nahezu jede Position einnehmen. U. a. deswegen habe ich zu einem Teil eben das Hamsterradleben bespielt und die Ausbildung und Studiengänge abgeschlossen. Jetzt stehe ich vor der Entscheidung mich noch mehr aus diesem Leben zu verabschieden und vielleicht 10 oder gar 20 Jahre um die Welt zu reisen und immer weniger von dem Leben mitzubekommen. Ich informiere mich immer weniger was in meinem gelernten Beruf oder auch der Wirtschaft los ist. Ich fokussiere mich immer mehr auf den Moment, welcher immer häufiger ursprünglich ist. Ich merke eine Tendenz in mir, die das moderne und industralisierte Leben verlassen möchte. Ich genieße die Ursprünglichkeit des Lebens. Meer, Sand, Getreide, Gemüse, Kochen auf Feuer, ein Huhn schlachten um es zu essen. Und nicht mehr Online-Unternehmen, Aktien, Wirtschaft, etc.

Doch was passiert, wenn ich diesem Drang jetzt freien lauf lasse und das moderne Leben nur noch zu 20% statt bisher 50% mitnehme? Nicht mehr 1-2 Monate / Jahr nach Deutschland zurück komme und mich dort abmelde? Meinen ganzen Mietern mitteile, dass sie sich ab jetzt nur noch an die Verwalter wenden und ich gar nicht mehr informiert werden möchte? Ich meinen Bankberater mitteile, dass er ab jetzt meine Vermögensverwaltung übernehmen soll, mir nur noch monatlich mein "Gehalt" überweisen lasse, und nicht mehr über Verläufe in meinen Aktien- oder Rohstoffdepots informieren lasse? Ich mit FaceBook aufhöre und nicht mehr täglich die aktuellen Nachrichten lese? Mein innerer Wert wird sinken. Meine gesamten Ausbildungen werden in ca. 10 Jahren schon nahezu nichts mehr wert sein. Nach 10 Jahren Weltreise werde ich vermutlich keinerlei Job mehr annehmen können aber auch vermutlich kein eigenes Unternehmen mehr erfolgreich aufbauen können. Ich werde in 10-20 Jahren das sein, was heute zum Teil 50-60 jährige sind, welche eben ohne Computer aufgewachsen sind und den das Leben und der Jobmarkt nun abhängt. Nur, dass bei mir eben nicht der Computer der Scheidungspunkt sein wird, sondern die Technologien und Entwicklungen, die danach kamen. Glücklicherweise wird dies mit großer Wahrscheinlichkeit keinerlei finanzielle Auswirkungen für mich haben. Trotz allem lässt mir der Gedanke, dass ich mit 40, 45 oder 50 Jahren mit meiner 10-20jährigen Weltreise "fertig" bin, nach Deutschland zurückkomme, und nicht mal mehr im Supermarkt bezahlen kann, nicht weiß wie man ein Drohnen-Taxi bedient und auch anderweitig vom zivilisierten Leben ausgeschlossen bin, einen Schauer über den Rücken laufen.

Pläne ab 2017 / 2018

Am Ende meiner Australien-Reise, Februar 2017, hat sich etwas verändert. Und sei es nur die bzw. eine Entscheidung, die ich getroffen habe. Im Laufe der letzten 2-3 Jahre herrschte bei mir immer ein unterschwelliger Druck, bald wieder etwas arbeiten zu müssen. Einerseits hatte ich mir finanzielle keine ernsthaften Gedanken gemacht. Ich hatte viel mehr Geld und Einnahmen als ich brauchte, aber wie lange es unter eine realistischen Kalkulation reichen würde, wusste ich wirklich nicht. Andererseits fühlte ich mich aber auch schlecht damit, keine Arbeit zu haben. Trifft man neue Leute auf der Welt, so ist die 3. Frage meistens: "Was arbeitest du denn?" Die wahrheitsgemäße Antwort "nichts" brachten mir häufig sehr viele Nachfragen ein. Je genauer und ehrlicher man wurde, desto negativer sties dies bei einigen Leuten auf. Was ist schon von jemanden zu halten, der 30 Jahre alt ist, um die Welt reist, und aktuell plan nie mehr arbeiten zu wollen?

In den letzten Australien Monaten setzte ich mich noch intensiver mit meiner Finanz-Situation auseinander, als ich das zuvor bereits tat. Ich verfüge über mehr als 35 Konten und auf jedem Konto lagen irgendwelche Gelder zu irgendwelchen Konditionen. Ich habe mir "beliebig" von meinen Konten Gelder genommen und wusste immer nur, dass es schon OK ist, was ich ausgebe. Zumindest nicht zu viel. Dies änderte sich Dezember 2016. Über mehrere Wochen stellte ich meine genauen Vermögenswerte fest, legte mir eine Strategie zurecht und passte das Kontensystem dementsprechend an. Zum ersten mal in meinem Leben verfüge ich über ein Privat-Konto, wo jeden 1. des Monats Geld eingeht. Dieser monatliche Betrag wird jeden 01. Januar um 5% erhöht (2,5% angenomme Inflation und 2,5% "Gehaltserhöhung"). Auf allen anderen Konten werden Gelder im jeweiligen Zwecke der Strategie oder "Kostenstellen" umhergebucht. Das Geld, was ich monatlich an Zinsen, Dividenden, Netto-Mieteinnahmen und Unternehmens-Beteiligungen erhalte, übersteigt das "Gehalt", was ich mir auszahle um ein Vielfaches. 

Zum 01.01.2017 habe ich also entschieden, dass meine Situation sich folgendermaßen geändert hat:

Ich habe ein lebenslanges, monatliches und jährlich um 5% steigendes Gehalt und im Gegenzug keinerlei arbeitsmäßigen Verpflichtungen mehr. Während ich bis 2016 noch davon ausgegangen bin, dass ich dann jetzt mal wieder bald anfangen müsste etwas zu arbeiten, und zwar nicht weil ich es will, sondern weil die Gesellschaft es verlangt, habe ich mich zum 01.01.2017 dagegen entschieden: Vielleicht werde ich wirklich nie mehr einen bezahlten Job annehmen. Vielleicht auch nur die nächsten 1, 3, 5, 10 oder 20 Jahre nicht. Auf jeden Fall war es es eine riesen Erleichterung für mich mit diesem Thema ab jetzt noch offener umzugehen als ich es vorher schon tat:

Ich bin Privatier (neudeutsch "finanziell frei"), arbeite nichts und lebe von meinen passiven Einnahmen.

Trotzdem habe ich zum aktuellen Zeitpunkt nicht entschieden, wie es weitergehen soll. Vermutlich stehe ich an dem Scheidepunkt, ob ich nun endgültig aus dem zivilisierten Leben aussteige und mich wirklich für das ausschließliche reisen und nie mehr arbeiten entscheide, ob ich weiterhin einen Mittelweg bestreiten werde, oder ob ich wieder komplett ins zivilisierte Leben einsteige und auf meine Art und Weise wieder im Hamsterrad mitlaufe.

Ich weiß es nicht und ich weiß vor allem nicht, wie ich die Entscheidung eruieren soll. Das schöne ist aber: Es gibt keinen großen Druck es alsbald oder endgültig entscheiden zu müssen. Ich werde erst einmal drei Monate in Thailand verbringen, dann nach Deutschland gehen und schauen, was sich ergibt. 

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Kommentare: 9
  • #1

    Doris (Dienstag, 21 Februar 2017 05:02)

    Hallo Pascal
    Interessanter Artikel weniger wäre auch in Ordnung gewesen daß du ein sehr erfolgreiches Unternehmen hast und dich dadurch finanziert, ist doch voll in Ordnung und nix gegen einzuwenden. Wenn man auf Reisen so viel Elend und Dreck sieht, würde ich, wenn ich es mir leisten könnte, Projekte erfinden wie man anderen helfen könnte und wie man die Plastikflut verringern könnte
    Viel Spaß beim Reisen, Gruss aus Flores Indonesien

  • #2

    Enno (Dienstag, 21 Februar 2017 09:54)

    Moin Pascal.
    Soll ich jetzt herzlichen Glückwunsch sagen? Ich weiß nicht. Einerseits ja, denn du "hast es geschafft" wie man das wohl nennt. Andererseits hast du den Kopf doch ganz schön voll mit Zukunftssorgen.... Ob ich mit dir tauschen möchte? Nicht ohne meine Familie!!!! Und ich könnte mir vorstellen, dass du das ganze noch entspannter genießen kannst wenn du es teilen kannst. Mit Menschen die dein Herz ausfüllen! Sicherlich musst du dann irgendwann Kompromisse machen, aber schau dir mal die Augen von glücklichen Eltern an wenn sie ihre Kinder in den Arm nehmen. Geld? Egal! Zeit? Egal! Ort? (fast) Egal!
    Ich hoffe dein Leben verläuft besser als du es berechnest, denn das Leben ist unberechenbar!
    Gruß aus der Nachbarschaft, Göttingen!

  • #3

    Sascha (Dienstag, 21 Februar 2017 13:20)

    Pascal, wir hatte ja schonmal die Ehre.
    Erstmal Gratulation zu dem was du geschafft hast, weil eines ist auch klar: Du bist wie andere bei 0 gestartet, und bis mit 30 auf los angekommen. Du hast das Geld verdient, und ich sehe nicht wieso jemand auf dich neidisch sein sollte.

    Zu dir kurz ein Wort: Du bist eine sehr spannende, definitiv nicht "normale" Persoenlichkeit, und mir ist es so vorgekommen als fehlt dir etwas, eine Mission, eine Aufgabe.
    Intersannt war auch zu sehen das du schon einen gewissen Geltungsdrang hast, zuminderstens hast du in den Backpacker Gruppen nicht damit gesparrt zu zeigen das du was hast.

    Deinen ehrlichen Artikel finde ich super - zwei Dinge dazu:
    1. Teilweise ist mir das ein bissl zu negativ was andere Menschen angeht. Warum gehst du pessimistischer Weise davon aus das die andere Menschen neidisch sein werden und warum denkst du das die Gesellschaft etwas von dir erwartet? Ich finde du kannst das auch sehr positiv sehen - du hast mehrer Unternehmen gegruendet, dank dir haben einen Menschen in Deutschland Lohn, Brot und ein Dach ueber dem Kopf. Deine Angst vor Erwartungen der Gesellschaft steht im Gegensatz zu dem Geltungsdrang den ich bei dir mitbekommen hab. Das ist vlt. ein Punkt an dem du ansetzen kannst was deine persoenlichkeit angeht.
    2. Das mit dem Reisen kann ich voll verstehen- es ist nicht immer die richtige Zeit, und Reisen ist nicht fuer jeden. Die meisten vergessen wie schoen ein regulaerer Schedule sein kann, Sport, etc. und wie anstrengend es ist jeden Tag woanders zu schlafen, sich um ganz elementare Dinge wie wo krieg ich Wasser/Essen/Strom/Schlafplatz etc. zu kuemmern.

    Alles in allem ist der Artikel sehr interesannt, das einzige was mir da mitschwingt ist das du nicht gluecklich damit zu sein scheinst.
    Aus deinem Artikel kann manviel lernen, das e sbesser ist andere Leute fuer isch arbeiten zu lassen, das Geld nicht gluecklich macht, und das eine vernuenuftige Finanzplanung gold wert ist.
    Ich kann verstehen das du nicht mehr arbeiten willst, aber ich glaube du brauchst eine Aufgabe, etwas das du gerne tust.

  • #4

    Marion (Dienstag, 21 Februar 2017 13:28)

    Ein wunderbarer Artikel! Vielen Dank dafür, dass Du uns an Deinen offenen und ehrlichen Gedanken teilhaben lässt!

  • #5

    Sandra (Dienstag, 21 Februar 2017 16:34)

    Hallo Pascal,
    ich freue mich für dich. Und beneide dich. Aber jemanden dafür hassen ist doch echt typisch deutsch, nicht? Mein spontaner Gedanke war auch, dass ich, wenn ich nicht mehr arbeiten um Geld verdienen zu müssen, etwas mit meinen Händen schaffen wollen würde. Ein rein soziales Projekt muss es gar nicht sein, das muss einem liegen, aber ein Interesse was ich mit anderen teile, die sonst nicht die Gelegenheit haben soetwas auszuprobieren.
    Wahrscheinlich bekommst du oft solche "weisen" Ratschläge, was irgendjemand in deiner Situation anstellen würde. Das ist wie das Gedankenspiel mit dem Lottogewinn. Geh weiter deinen Weg. Und habe Spaß dabei, sei Glücklich. Dann ist die Welt auch ein glücklicherer Ort.
    Viele Grüße,
    Sandra

  • #6

    Monika Reich (Sonntag, 26 Februar 2017 21:46)

    Hi,
    Ich kann Dich gut verstehen. Ich bin auch seit drei Jahren finanziell frei und würde auch sagen, die Suche nach Sinn ist zwar für viele Außenstehende ein Luxusproblem, aber es ist eins, was es echt in sich hat. Zumal so viel möglich ist und man sich dann halt entscheiden muss. Solltest Du mal in Berlin sein, dann trinke ich gern mal mit Dir nen Kaffee. Das wird bestimmt spannend. Tschüss Monika

  • #7

    Jacob (Dienstag, 28 Februar 2017 01:11)

    Krass ehrlich — Hut ab! Ich geb's zu, ich beneide dich etwas. Andererseits bin ich auch echt froh, noch sehr viele Ziele vor mir zu haben. Danke für den Einblick und die Inspiration! ✌�

  • #8

    Thomas Wachinger (Freitag, 18 August 2017 14:12)

    Servus Pascal,

    mein Glückwunsch zum Erreichen der finanziellen Freiheit und vielen Dank für den sehr gelungenen und ausführlichen Artikel.

    Du führst ein Leben wie es sich viele wünschen. Du kannst frei entscheiden, was du jeden Tag tust.

    Eine Frage wirft sich jedoch für mich auf: Du hast offensichtlich keine Familie und keine Kinder und hast auch keine Bestrebungen, daran was zu ändern. Das finde ich etwas schade.

    Gibt es einen speziellen Grund dafür oder willst du das einfach nicht?

    Ich wünsche dir weiterhin erfolgreiche Investments und stetig wachsende Dividenden.

    Herzliche Grüße

    Thomas Wachinger

  • #9

    Pascal (Freitag, 18 August 2017 14:31)

    Hallo Thomas,

    vielen Dank.
    Ich habe keine Kinder und ich will keine.

    Alleine die Vorstellung meine Freiheit und Flexibilität wegen eines Kindes aufzugeben sind für mich unerträglich.
    Es gibt nichts was mir ein Kind geben würde.

    Daher sind Kinder für mich ausgeschlossen.